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Lokale Suchmaschinenoptimierung für Maklerbüros

Justian Hanke · 7. Oktober 2026 · Marketing und Sichtbarkeit

Kurze Antwort: Google bewertet lokale Ergebnisse nach eigenen Angaben vor allem nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Ein Maklerbüro beeinflusst davon vor allem zwei: Relevanz über ein vollständiges Unternehmensprofil und Seiten, die Ihre Orte wirklich behandeln, Bekanntheit über Verweise anderer Websites und echte Rezensionen. Bezahlen lässt sich ein besseres lokales Ranking laut Google nicht.

Wie Google lokale Suchergebnisse ordnet

Google nennt in seiner Hilfe zum Unternehmensprofil drei Hauptfaktoren für das lokale Ranking: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Relevanz beschreibt, wie gut ein Profil zur Suchanfrage passt. Entfernung meint, wie weit ein Unternehmen vom Suchenden entfernt ist; teilt der Suchende seinen Standort nicht, nutzt Google, was über seinen Standort bekannt ist. Bekanntheit stützt sich laut Google unter anderem auf die Zahl der Websites, die auf ein Unternehmen verweisen, und auf die Zahl der Rezensionen.

Daraus folgt eine ehrliche Einschränkung: Die Entfernung können Sie nicht ändern. Ein Büro am Stadtrand wird bei der Suche „Makler" aus der Innenstadt nicht automatisch vorn stehen, auch wenn die Website sehr gut ist. Arbeiten können Sie an Relevanz und Bekanntheit. Google stellt außerdem klar, dass sich ein besseres lokales Ranking nicht einfordern lässt, auch nicht gegen Bezahlung.

Welche Hebel ein Maklerbüro hat

Die folgende Übersicht ordnet die üblichen Maßnahmen den drei Faktoren zu. Der Aufwand ist eine grobe Einschätzung für ein Büro ohne eigene Marketingabteilung.

Maßnahme Wirkt auf Aufwand Häufigkeit
Unternehmensprofil vollständig und korrekt Relevanz einmalig wenige Stunden Prüfung monatlich
Ortsseiten mit echtem Inhalt Relevanz je Seite einige Stunden jährlich aktualisieren
Einheitliche Angaben zu Name, Adresse, Telefon Relevanz einmalig bei jeder Änderung
Strukturierte Daten auf der Website Relevanz einmalig, technisch bei Änderungen
Rezensionen erbitten und beantworten Bekanntheit laufend, wenige Minuten nach jedem Abschluss
Verweise von lokalen Websites Bekanntheit laufend einige im Jahr

Das Unternehmensprofil zuerst

Mit dem Google-Unternehmensprofil beginnen Sie, weil es die Angaben liefert, die Google in der Kartenansicht zu Ihrem Büro zeigt. Google empfiehlt vollständige und korrekte Informationen zu Adresse, Öffnungszeiten und Kategorie, Fotos und Antworten auf Rezensionen. Wie Sie das Profil Schritt für Schritt aufbauen und welche Regeln für Name, Adresse und Einzugsgebiet gelten, beschreibt der Artikel zum Google-Unternehmensprofil für Makler.

Achten Sie darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Profil, Briefkopf und in Branchenverzeichnissen gleich geschrieben sind. Das ist eine Frage der Sorgfalt: Wer an einer Stelle die alte Nummer stehen hat, verliert Anrufe, und Suchmaschinen erhalten widersprüchliche Angaben.

Ortsseiten ohne Brückenseiten-Risiko

Ortsseiten helfen, wenn jede Seite über einen Ort etwas sagt, das nur für diesen Ort gilt. Google zählt zu den Spam-Praktiken ausdrücklich mehrere Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte ausgerichtet sind und Nutzer letztlich zur selben Seite führen. Ebenso als Spam gilt es, mit generativer KI viele Seiten ohne Nutzen für den Leser zu erzeugen.

Zwanzig Seiten „Makler in [Ortsname]" mit getauschtem Ortsnamen sind deshalb ein Risiko, kein Gewinn. Eine brauchbare Ortsseite enthält zum Beispiel:

  1. Welche Lagen und Gebäudetypen es dort gibt und wofür sie gefragt sind.
  2. Was Eigentümer dort typischerweise beschäftigt, etwa ältere Einfamilienhäuser mit Sanierungsbedarf oder vermietete Wohnungen.
  3. Eine Einordnung des örtlichen Marktes mit Quelle, etwa aus dem Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses, wenn Sie ihn auswerten.
  4. Welche Objekte Sie dort vermarktet haben, sofern die Eigentümer der Nennung zugestimmt haben.
  5. Wer im Büro für diesen Ort zuständig ist und wie man ihn erreicht.

Beginnen Sie mit den drei bis fünf Orten, in denen Sie tatsächlich die meisten Aufträge haben. Eine gute Seite für Ihren Kernort ist mehr wert als fünfzehn dünne. Wie eine Website insgesamt auf Eigentümeranfragen ausgerichtet wird, steht im Artikel Maklerwebsite, die Anfragen bringt.

Strukturierte Daten: hilfreich, aber keine Abkürzung

Strukturierte Daten beschreiben Ihr Büro in einer Form, die Suchmaschinen eindeutig lesen können. Google nutzt Angaben vom Typ LocalBusiness nach eigener Dokumentation für Unternehmensdetails in den Suchergebnissen. Erforderlich sind dort Name und Adresse, empfohlen unter anderem Telefonnummer, URL, Koordinaten und Öffnungszeiten. Google rät, einen möglichst spezifischen Untertyp zu wählen. Im Vokabular von schema.org gibt es dafür den Typ RealEstateAgent, einen Untertyp von LocalBusiness.

Wichtig ist die Einschränkung, die Google selbst macht: Es gibt keine Garantie, dass Funktionen auf Basis strukturierter Daten in den Suchergebnissen erscheinen. Das Markup ist Ordnungsarbeit, die einmal sauber erledigt sein sollte. Es ersetzt weder das Unternehmensprofil noch gute Inhalte.

Rezensionen und lokale Verweise

Rezensionen und Verweise anderer Websites sind nach Googles Beschreibung Teil der Bekanntheit. Beides lässt sich nicht kaufen, aber organisieren.

Bei Rezensionen hilft eine feste Gewohnheit: Nach jedem Abschluss bittet die zuständige Person den Kunden um eine Bewertung, mit einem direkten Link. Googles Richtlinien verbieten dabei Anreize wie Rabatte oder Geschenke für eine Rezension, das gezielte Einholen nur positiver Bewertungen und Bewertungen durch eigene Mitarbeiter. Gefälschte Bewertungen sind zudem nach Nr. 23c des Anhangs zu § 3 Abs. 3 UWG gegenüber Verbrauchern stets unzulässig. Dieser Hinweis informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung; was im Einzelfall erlaubt ist, klärt ein Anwalt. Mehr dazu im Artikel Bewertungen sammeln: was erlaubt ist.

Lokale Verweise entstehen aus echter Beteiligung am Ort: ein Fachbeitrag für die Lokalzeitung, ein Vortrag bei der Volkshochschule zum Thema Erbimmobilie, ein Eintrag beim örtlichen Gewerbeverein, eine Kooperation mit einem Gutachter oder einer Hausverwaltung. Gekaufte Linkpakete gehören nicht dazu.

Ein realistischer Plan für zwölf Wochen

Lokales SEO ist keine Kampagne, sondern Pflege. Für ein Büro mit wenig Zeit bietet sich etwa diese Reihenfolge an:

  1. Woche 1 bis 2: Unternehmensprofil vollständig ausfüllen, Kategorie und Öffnungszeiten prüfen, aktuelle Fotos von Büro und Team einstellen.
  2. Woche 3: Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Profil und den wichtigsten Verzeichnissen vereinheitlichen.
  3. Woche 4 bis 6: Die Seite für Ihren Kernort schreiben oder überarbeiten, nach der Liste oben.
  4. Woche 7: Strukturierte Daten vom Typ RealEstateAgent einbauen lassen und mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google prüfen.
  5. Woche 8 bis 12: Je eine weitere Ortsseite alle zwei Wochen, parallel nach jedem Abschluss um eine Rezension bitten und jede Rezension beantworten.

Messen Sie danach weniger Positionen als Ergebnisse: Anrufe und Website-Besuche, die über das Unternehmensprofil kommen, und Eigentümeranfragen über die Ortsseiten. Wer Anfragen im CRM mit Herkunft erfasst, sieht nach einigen Monaten, welcher Ort sich lohnt. Was ein CRM dafür können sollte, steht in der Checkliste KI-CRM für Makler.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis lokales SEO wirkt?

Dafür gibt es keine verlässliche Zahl, und Google nennt keine. Änderungen am Unternehmensprofil sind oft schnell sichtbar, neue Ortsseiten brauchen meist länger, bis sie gefunden und eingeordnet werden. Planen Sie in Quartalen, nicht in Wochen.

Kann ich in Orten ranken, in denen ich kein Büro habe?

Die Entfernung zum Suchenden ist laut Google ein eigener Faktor und lässt sich nicht beeinflussen. Mit guten Ortsseiten können Sie für Suchanfragen mit Ortsnamen sichtbar werden, in der Kartenansicht hat ein Büro vor Ort aber einen Vorteil.

Brauche ich für jeden Stadtteil eine eigene Seite?

Nein. Eigene Seiten lohnen sich nur, wenn Sie über den Ort etwas Eigenes sagen können. Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, zählt Google zu den Brückenseiten.

Darf ich Kunden um eine Google-Bewertung bitten?

Ja, solange Sie alle Kunden gleich fragen, keine Gegenleistung anbieten und nicht vorab nach Zufriedenheit filtern. Das verlangen Googles Richtlinien zu Rezensionen.

Muss ich dafür eine Agentur beauftragen?

Nicht zwingend. Unternehmensprofil, Rezensionen und Ortsinhalte kann ein Büro selbst pflegen, weil das Wissen über die Orte ohnehin im Team liegt. Für strukturierte Daten und Ladezeit ist technische Hilfe sinnvoll.

Quellen

  1. Google Unternehmensprofil-Hilfe, Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings bei Google: https://support.google.com/business/answer/7091?hl=de
  2. Google Search Central, Spamrichtlinien für die Google Websuche: https://developers.google.com/search/docs/essentials/spam-policies?hl=de
  3. Google Search Central, Strukturierte Daten für lokale Unternehmen (LocalBusiness): https://developers.google.com/search/docs/appearance/structured-data/local-business?hl=de
  4. schema.org, RealEstateAgent: https://schema.org/RealEstateAgent
  5. Google Maps-Hilfe, Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte, Rezensionen: https://support.google.com/contributionpolicy/answer/7400114?hl=de
  6. Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Anhang zu § 3 Abs. 3: https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/anhang.html

Stand: Oktober 2026

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