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Förderung für die Digitalisierung im Maklerbüro

Justian Hanke · 7. Oktober 2026 · Software und Kosten

Kurze Antwort: Einen bundesweiten Zuschuss für Maklersoftware gibt es nicht. Einige Länder bezuschussen Digitalisierungsvorhaben kleiner Unternehmen mit 40 bis 50 %, darunter Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Bayern; mehrere Programme sind 2026 ausgeschöpft. Bundesweit gibt es einen KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss. Fast überall gilt: Antrag vor Auftrag, sonst entfällt die Förderung.

Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Fördermittelberatung. Ob Sie eine Förderung bekommen, entscheidet allein die Förderstelle. Den Status der Programme haben wir am 5. Oktober 2026 auf den Seiten der Förderstellen geprüft; er kann sich jederzeit ändern.

Welche Programme gibt es im Oktober 2026?

Im Oktober 2026 gibt es Zuschüsse für Software und Einrichtung nur in einzelnen Ländern, dazu einen bundesweiten Förderkredit und eine Beratungsförderung. Maklerbüros sind gewerbliche Unternehmen; Programme für die „gewerbliche Wirtschaft" kommen deshalb grundsätzlich in Betracht, die Antragsberechtigung prüft aber jede Förderstelle selbst.

Land oder Bund Programm Förderung Stand 05.10.2026
Schleswig-Holstein Digitalisierung kleiner Unternehmen, Modul 2 Umsetzung (WTSH) 40 %, förderfähige Ausgaben 10.000 bis 200.000 € als offen ausgewiesen, kein Antragsende genannt
Sachsen-Anhalt Digital Innovation (Investitionsbank) bis 50 %, höchstens 70.000 €, Projektkosten 3.000 bis 200.000 € Runde vom 28.09. beendet; nächste ab 16.11.2026, 13 Uhr, bis 90 Anträge
Bayern Digitalbonus Standard / Plus 50 %, bis 7.500 € (Standard) oder bis 30.000 € (Plus, für Innovationen) offen bis 31.12.2027, Monatskontingent
Sachsen Digitalisierung Zuschuss EFRE (SAB) kleine Unternehmen bis 50 %, direkte Ausgaben bis 60.000 € (Transformationsprojekt) Antragsstopp seit 17.07.2026, außer Stadt Leipzig, Landkreis Leipzig, Nordsachsen
Brandenburg BIG-Digital (ILB) 50 %, Mindestinvestition 5.000 € als laufendes Programm beschrieben, kein Antragsende genannt
Hamburg Hamburg-Kredit Digital (IFB) Darlehen ab 25.000 €, Zuschuss bis 12 %, höchstens 20.000 € verfügbar, Antrag über die Bank
Bund ERP-Förderkredit Digitalisierung 511/512 (KfW) Kredit, Tilgungszuschuss 3 % (Stufe 2) oder 5 % (Stufe 3) verfügbar, Antrag über die Bank
Bund Förderung von Unternehmensberatungen (BAFA) 50 %, höchstens 1.750 €; in den neuen Ländern 80 %, höchstens 2.800 € Anträge bis 31.12.2026

Derzeit nicht verfügbar: Der Digitalbonus Thüringen ist ausgeschöpft, eine Neuauflage ist laut Thüringer Aufbaubank nach aktuellem Stand nicht geplant. Der DIGI-Zuschuss in Hessen ist mit der Förderphase im Juni 2026 beendet. Die Digitalprämie Berlin ist beendet. Für „Digitaler Mittelstand" in Bremen stehen 2026 keine Mittel mehr zur Verfügung; Informationen zu 2027 will die Bremer Aufbau-Bank später veröffentlichen. Für die übrigen Länder fragen Sie bei der Förderbank Ihres Landes oder der IHK nach.

Antrag vor Auftrag: die wichtigste Regel

Wer den Vertrag mit dem Softwareanbieter unterschreibt, bevor der Antrag gestellt oder bewilligt ist, verliert in der Regel die Förderung. Die Programme regeln das unterschiedlich streng:

  1. Schleswig-Holstein: Bereits begonnene Projekte werden nicht gefördert, als Beginn gilt der Vertragsabschluss. Begonnen wird erst nach der Bewilligung.
  2. Bayern: Nach Eingang der Antragsbestätigung dürfen Sie auf eigenes Risiko beginnen, ohne den Bescheid abzuwarten.
  3. KfW und Hamburg-Kredit Digital: Der Kredit wird über die Bank beantragt, bevor das Vorhaben beginnt.
  4. Brandenburg: Der Antrag muss vor Projektbeginn gestellt werden.
  5. BAFA-Beratung: Mit der Beratung beginnen Sie erst nach dem Informationsschreiben des BAFA; als Beginn gilt schon der Beratungsvertrag.
  6. Sachsen-Anhalt: Die Investitionsbank stellt ein eigenes Merkblatt zum förderunschädlichen Vorhabenbeginn bereit. Lesen Sie es vor jeder Unterschrift.

Für Ihre Planung heißt das: Zwischen Auswahl und Vertrag liegen Wochen. Ein Anbieter, der das Angebot mit einer Bindefrist versieht, die bis zum Bescheid reicht, erleichtert das erheblich.

Was gefördert wird und was nicht

Gefördert werden vor allem Software, Einrichtung, Datenübernahme und Schulung; laufende Kosten nur für begrenzte Zeit. Am deutlichsten ist die Liste in Schleswig-Holstein. Dort nennt die WTSH unter den förderfähigen Ausgaben ausdrücklich Software wie CRM, außerdem Software als Dienst bis 36 Monate, Installation und Anpassung, Datenmigration, Hosting und Service bis sechs Monate sowie Schulungen. Ausgeschlossen sind unter anderem Standard-Bürosoftware, selbst erstellte Software und Wartung. Das Vorhaben muss das IT-Sicherheitsniveau verbessern; die IT-Sicherheit ist dort Pflichtbestandteil.

In Bayern nennt der Digitalbonus die Optimierung von Unternehmensprozessen durch ERP-, CRM- oder Dokumentenmanagementsysteme als typische Maßnahme des Standard-Bonus. Nicht förderfähig sind Standardsoftware wie herkömmliche Bürosoftware oder Betriebssysteme und Standard-Marketing wie Suchmaschinenoptimierung oder Displaywerbung. Lizenz- und Servicegebühren sind höchstens für 18 Monate förderfähig, die Mindestausgaben liegen bei 4.000 €. Den Antrag stellt das Unternehmen selbst über sein ELSTER-Unternehmenskonto. Dienstleister oder Fördermittelberater dürfen das nicht für Sie tun.

In Sachsen-Anhalt verlangt Digital Innovation einen innovativen Charakter, also den Einsatz aktueller, zukunftsweisender Technologien, und eine Projektskizze. Die Laufzeit beträgt höchstens zwölf Monate.

Zuschüsse zählen als De-minimis-Beihilfe

Mehrere Programme werden als De-minimis-Beihilfe gewährt. Die WTSH nennt dafür eine Obergrenze von 300.000 € innerhalb von 36 Monaten. Halten Sie fest, welche Beihilfen Ihr Büro in den letzten drei Jahren erhalten hat. Die Förderstelle fragt danach, und eine frühere Förderung kann den Spielraum verkleinern.

Schritt für Schritt zum Antrag

Ein Förderantrag für ein Digitalisierungsvorhaben folgt meist derselben Reihenfolge:

  1. Programm prüfen. Auf der Seite der Förderbank Ihres Landes, nicht auf Sekundärseiten. Status, Fristen und Kontingente ändern sich.
  2. Antragsberechtigung klären. Unternehmensgröße, Sitz im Land, Branche. Im Zweifel bei der Förderstelle anrufen.
  3. Vorhaben beschreiben. Was ändert sich im Ablauf, welche Software, welche Schulung, was verbessert sich bei der IT-Sicherheit.
  4. Angebot einholen. Aufgeschlüsselt nach Software, Einrichtung, Datenübernahme, Schulung und Betrieb, netto, mit ausreichender Bindefrist.
  5. Antrag stellen. Das Unternehmen selbst, mit allen Anlagen.
  6. Warten. Je nach Programm auf die Antragsbestätigung oder den Bescheid.
  7. Beauftragen und umsetzen. Innerhalb des Förderzeitraums, Rechnungen im Zeitraum bezahlen.
  8. Verwendungsnachweis. Rechnungen, Zahlungsbelege und ein kurzer Sachbericht. Ausgezahlt wird erst danach.

Wer vor der Auswahl eine neutrale Beratung möchte, kann die BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen prüfen. Sie gilt für Beratungen durch beim BAFA registrierte Berater und läuft nach der aktuellen Richtlinie bis zum 31. Dezember 2026. Welche Schritte einer Digitalisierung sinnvoll zuerst kommen, steht im Artikel Digitalisierung im Maklerbüro: in welcher Reihenfolge.

Was ein Zuschuss an der Rechnung ändert

Ein Zuschuss senkt die Einmalkosten, an der laufenden Rechnung ändert er wenig. Gefördert wird meist ein Anteil der Ausgaben im Förderzeitraum; Monatsbeiträge danach trägt das Büro allein. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Bei förderfähigen Ausgaben von 30.000 € und 40 % Zuschuss in Schleswig-Holstein wären es bis zu 12.000 €, bei 50 % in Sachsen-Anhalt bis zu 15.000 €. In Bayern begrenzt der Standard-Bonus den Zuschuss auf 7.500 €. Ausgezahlt wird nur, was bewilligt, ausgegeben und nachgewiesen ist. Wie Sie die Gesamtkosten einer Software über mehrere Jahre rechnen, zeigt der Artikel Was Maklersoftware wirklich kostet.

Häufige Fragen

Gibt es eine bundesweite Förderung für Maklersoftware?

Einen bundesweiten Zuschuss für Software gibt es derzeit nicht. Bundesweit verfügbar ist der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW mit einem Tilgungszuschuss von 3 oder 5 % in den Stufen 2 und 3. Für eine vorgelagerte Beratung kommt die BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen in Frage, Anträge bis 31.12.2026.

Darf ich den Softwarevertrag vor dem Förderantrag unterschreiben?

In der Regel nein. In Schleswig-Holstein gilt schon der Vertragsabschluss als Projektbeginn, und begonnene Projekte werden nicht gefördert. In Bayern dürfen Sie nach der Antragsbestätigung auf eigenes Risiko beginnen.

Wird ein CRM gefördert?

In Schleswig-Holstein nennt die WTSH CRM ausdrücklich als förderfähige Software. In Bayern nennt der Digitalbonus CRM-Systeme als typische Maßnahme des Standard-Bonus, schließt aber Standardsoftware wie Bürosoftware aus. Ob Ihr konkretes Vorhaben förderfähig ist, entscheidet die Förderstelle.

Kann ein Dienstleister den Antrag für mich stellen?

In Bayern nicht: Den Digitalbonus beantragt das Unternehmen selbst über ELSTER, eine Nutzung des Zertifikats durch Dritte ist ausgeschlossen. Unterlagen wie ein aufgeschlüsseltes Angebot und eine Vorhabenbeschreibung darf Ihr Anbieter liefern. Für die Richtigkeit der Angaben haftet der Antragsteller.

Was mache ich, wenn das Programm meines Landes ausgeschöpft ist?

Fragen Sie bei Ihrer Förderbank nach Nachfolgeprogrammen und prüfen Sie den KfW-Förderkredit über Ihre Hausbank. Planen Sie das Vorhaben nicht um eine erhoffte Förderung herum, sondern so, dass es sich auch ohne Zuschuss trägt.

So arbeiten wir

International Tech stellt keine Förderanträge und sagt keine Förderung zu. Für Büros in Ländern mit einem passenden Programm liefern wir ein aufgeschlüsseltes Angebot mit längerer Bindefrist und eine Beschreibung des Vorhabens; den Antrag stellt das Büro selbst, den Vertrag schließen wir erst danach. Das Paket kostet ab 20.000 € einmalig und 1.000 € im Monat, ohne Gebühr pro Nutzer. Ob ein Programm für Ihr Büro in Frage kommt, können wir in einem kurzen Gespräch einordnen.

Der nützlichste nächste Schritt: Öffnen Sie heute die Seite der Förderbank Ihres Landes und notieren Sie Status, Frist und die Regel zum Vorhabenbeginn, bevor Sie Angebote einholen.

Quellen

  1. WTSH, Förderung niedrigschwelliger innovativer Digitalisierungsmaßnahmen in kleinen Unternehmen: https://www.wtsh.de/de/foerderung-niedrigschwelliger-innovativer-digitalisierungsmassnahmen-in-kleinen-unternehmen
  2. Investitionsbank Sachsen-Anhalt, Digital Innovation: https://www.ib-sachsen-anhalt.de/en/unternehmen/digitalisieren/digital-innovation
  3. Digitalbonus.Bayern, Förderprogramm: https://www.digitalbonus.bayern/foerderprogramm/
  4. Digitalbonus.Bayern, Häufige Fragen: https://www.digitalbonus.bayern/haeufige-fragen/
  5. Sächsische Aufbaubank, Digitalisierung Zuschuss EFRE 2021 bis 2027: https://www.sab.sachsen.de/f%C3%B6rderrichtlinie-digitalisierung-zuschuss-efre-2021-bis-2027
  6. Förderung Brandenburg, BIG-Digital: https://www.foerderung-brandenburg.de/foerderrichtlinie-big-digitalisierung/
  7. IFB Hamburg, Hamburg-Kredit Digital: https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/hamburg-kredit-digital
  8. KfW, ERP-Förderkredit Digitalisierung (511, 512): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Innovation-und-Digitalisierung/F%C3%B6rderprodukte/ERP-F%C3%B6rderkredit-Digitalisierung-(511-512)/
  9. BAFA, Förderung von Unternehmensberatungen: https://www.bafa.de/DE/Wirtschaft/Beratung_Finanzierung/Unternehmensberatung/unternehmensberatung_node.html
  10. BAFA, Flyer Förderung von Unternehmensberatungen für KMU: https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Wirtschaft/unb_flyer.pdf
  11. Thüringer Aufbaubank, Digitalbonus Thüringen: https://www.aufbaubank.de/Foerderprogramme/Digitalbonus-Thueringen
  12. WIBank Hessen, DIGI-Zuschuss: https://www.wibank.de/digital-zuschuss
  13. IBB Business Team, Digitalprämie Berlin: https://www.ibb-business-team.de/digitalpraemie-berlin/faq/
  14. Bremer Aufbau-Bank, Digitaler Mittelstand: https://www.bab-bremen.de/de/page/programm/digitaler-mittelstand

Stand: Oktober 2026

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