International Tech

Die Wochenbesprechung im Maklerteam, die Zeit spart

Justian Hanke · 20. Oktober 2026 · Büroorganisation

Kurze Antwort: Eine Wochenbesprechung im Maklerbüro spart Zeit, wenn sie zu einer festen Uhrzeit beginnt, eine feste Reihenfolge hat und nach etwa 45 Minuten endet. Besprochen wird nur, was eine Entscheidung oder Abstimmung braucht: Engpässe bei Anfragen, Objekte mit Handlungsbedarf, Termine der Woche. Jede Absprache endet mit Namen und Datum und steht danach am Vorgang, nicht im Protokoll.

Warum viele Teambesprechungen im Maklerbüro Zeit kosten

Teambesprechungen kosten Zeit, wenn sie Informationen verteilen, die ohnehin im System stehen. Typisch ist die Runde, in der jeder Makler der Reihe nach seine Objekte vorstellt. Bei angenommen acht Personen und je fünf Minuten sind 40 Minuten vergangen, und die meisten davon betrafen jeweils nur zwei Anwesende. Entschieden wurde wenig, weil die Probleme zwischen den Statusberichten untergehen.

Der zweite Zeitverlust entsteht nach der Besprechung. Absprachen wie „Kümmere dich bitte um den Eigentümer in der Gartenstraße" stehen in niemandes Kalender. In der nächsten Woche wird dieselbe Frage erneut besprochen. Eine Besprechung, die so verläuft, erzeugt Arbeit, statt sie zu ordnen.

Die Lösung ist keine längere, sondern eine anders gebaute Runde: Statusberichte werden vorher gelesen, in der Besprechung wird nur über Abweichungen gesprochen.

Was in die Wochenbesprechung gehört und was nicht

In die Wochenbesprechung gehört, was mehrere Personen betrifft oder eine Entscheidung der Leitung braucht. Alles andere klärt sich besser direkt zwischen zwei Kollegen oder steht schon im System. Die folgende Aufteilung ist ein Beispiel für ein Büro mit fünf bis fünfzehn Maklern.

Block Dauer (Beispiel) Inhalt Ergebnis
Eingang und Anfragen 10 Minuten offene Anfragen ohne Antwort oder ohne Zuständigen, auffällige Antwortzeiten jede offene Anfrage hat einen Namen
Objekte mit Handlungsbedarf 15 Minuten lange Vermarktungsdauer, Preisgespräch mit Eigentümer, fehlende Unterlagen Maßnahme mit Verantwortlichem und Datum
Woche im Blick 5 Minuten Besichtigungen, Notartermine, Abwesenheiten, Vertretungen Vertretung für jede Abwesenheit
Akquise 10 Minuten Bewertungsgespräche der letzten Woche, anstehende Eigentümertermine nächster Schritt je Eigentümer
Ein Thema zur Verbesserung 5 Minuten ein Ablauf, der in der Woche gehakt hat Änderung oder Prüfauftrag

Nicht in die Runde gehören Einzelgespräche über Leistung, ausführliche Objektvorstellungen ohne Frage an das Team und Diskussionen, die nur zwei Personen betreffen. Für solche Themen vereinbaren Sie am Ende der Besprechung einen eigenen Termin mit den Beteiligten.

Der Ablauf: 45 Minuten in fester Reihenfolge

Ein fester Ablauf sorgt dafür, dass die wichtigen Punkte vorne stehen und die Besprechung pünktlich endet. Ein möglicher Ablauf sieht so aus:

  1. Pünktlicher Beginn zur selben Zeit. Montag oder Dienstag früh eignet sich, weil die Woche noch planbar ist. Wer fehlt, liest die Ergebnisse nach.
  2. Offene Anfragen zuerst. Was seit der letzten Woche ohne Antwort oder ohne Zuständigen liegt, wird sofort verteilt. In diesem Block lassen sich verlorene Anfragen noch auffangen.
  3. Objekte nach Abweichung, nicht nach Makler. Besprochen werden nur Objekte, die eine vorher festgelegte Schwelle überschreiten, zum Beispiel keine Besichtigung seit drei Wochen oder ein überfälliger Bericht an den Eigentümer.
  4. Termine, Abwesenheiten, Vertretungen. Wer in der Woche fehlt, nennt seine Vertretung. Wie Vertretungen im Alltag funktionieren, beschreibt der Beitrag Zuständigkeiten und Vertretung im Maklerteam regeln.
  5. Ein Verbesserungsthema. Nur eines pro Woche. Wer jede Woche fünf Prozessthemen öffnet, schließt keines ab.
  6. Ergebnisse vorlesen. Die letzten zwei Minuten gehören der Zusammenfassung: wer macht was bis wann.

Die Dauer ist ein Richtwert, kein Gesetz. Ein Büro mit vier Maklern kommt mit 25 Minuten aus, ein Büro mit 20 Maklern teilt die Runde besser nach Teams auf.

Die Vorbereitung entscheidet über die Dauer

Eine kurze Besprechung braucht eine Liste, die vorher feststeht. Sie entsteht aus dem System, in dem Anfragen, Objekte und Aufgaben gepflegt werden. Drei Auswertungen genügen: Anfragen ohne Antwort oder ohne Zuständigen, Vorgänge ohne nächsten Schritt oder mit überfälliger Aufgabe, Objekte über der festgelegten Schwelle.

Diese Liste geht am Vortag an alle. Jeder Makler sieht, ob er betroffen ist, und bereitet zu seinen Punkten eine Antwort vor: Was ist der Stand, was braucht er vom Team oder der Leitung? So wird in der Besprechung nicht mehr gesucht, sondern entschieden.

Wenn diese Liste nicht aus dem System kommen kann, weil Anfragen in persönlichen Postfächern und Termine in privaten Kalendern liegen, ist das der eigentliche Befund. Dann lohnt es sich, zuerst den Eingang zu ordnen. Welche Funktionen ein CRM dafür mitbringen sollte, steht in der Checkliste für ein KI-CRM im Maklerbüro.

Wer leitet, wer schreibt und wo Ergebnisse landen

Die Leitung der Runde übernimmt nicht zwingend der Inhaber. Wichtig ist, dass eine Person auf Zeit und Reihenfolge achtet und Abschweifungen freundlich beendet. Eine zweite Person schreibt mit, im Wechsel, damit es nicht immer dieselbe Kollegin trifft.

Das Ergebnis ist kein Fließtext-Protokoll, sondern eine Liste von Aufgaben mit drei Angaben: was, wer, bis wann. Diese Aufgaben werden noch während oder direkt nach der Besprechung am jeweiligen Vorgang eingetragen. Eine Absprache, die nur im Protokoll steht, ist in der Regel nach einer Woche vergessen. Am Vorgang taucht sie in der Aufgabenliste des Verantwortlichen auf und in der Vorbereitungsliste der nächsten Besprechung, falls sie liegen bleibt.

Ergebnisse, die den Eigentümer betreffen, gehören zusätzlich in den nächsten Bericht an ihn. Wie ein solcher Bericht aufgebaut sein kann, beschreibt der Beitrag Eigentümer während der Vermarktung auf dem Laufenden halten.

Kennzahlen in der Runde: Bürowerte statt Rangliste

Kennzahlen helfen der Besprechung, wenn sie zeigen, wo es im Büro hakt. Gut geeignet sind Werte für das ganze Büro: Zeit bis zur ersten Antwort, Zahl der Vorgänge ohne nächsten Schritt, anstehende Besichtigungen. Welche Werte sich für die Steuerung eignen und wie oft Sie auf welche Zahl schauen, beschreibt der Beitrag Kennzahlen, die ein Maklerbüro wirklich steuern.

Vorsicht ist bei Werten je Person geboten, die vor dem ganzen Team gezeigt werden. Sie wirken schnell wie eine Rangliste und gehören eher ins Einzelgespräch. Rechtlich kommt hinzu: Besteht ein Betriebsrat, hat er nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mitzubestimmen bei der Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Auswertungen je Mitarbeiter aus einem System können darunter fallen. Dieser Abschnitt informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung; im Einzelfall fragen Sie einen Anwalt für Arbeitsrecht oder Ihren Datenschutzbeauftragten.

Wenn die Besprechung trotzdem nicht trägt

Einige Störungen kommen häufig vor und lassen sich gezielt beheben.

Die Runde wird immer länger. Meist rutschen Statusberichte zurück in die Besprechung. Prüfen Sie, ob die Vorbereitungsliste rechtzeitig verschickt wird und ob die Schwellen für Objekte zu niedrig liegen.

Dieselben Themen kehren wieder. Dann fehlen Namen oder Daten an den Absprachen, oder sie wurden nicht am Vorgang eingetragen. Lesen Sie zu Beginn der nächsten Runde kurz die offenen Aufgaben der letzten Woche vor.

Niemand bringt Probleme ein. Das ist häufig ein Zeichen dafür, dass Probleme in der Runde als persönliches Versagen gelten. Hilfreich ist, wenn die Leitung selbst mit einem eigenen offenen Punkt beginnt und Fragen an das Team als normal behandelt.

Die Runde ersetzt die tägliche Abstimmung. Eine Wochenbesprechung kann kurzfristige Fragen nicht auffangen. Für Anfragen, die heute beantwortet werden müssen, braucht es einen täglichen Blick auf den Eingang, nicht eine Woche Wartezeit.

Wenn Sie die Besprechung umstellen, tun Sie es für vier Wochen am Stück und fragen Sie danach im Team, was geholfen hat und was nicht. Ein fester Ablauf braucht einige Wochen, bis er selbstverständlich wird.

Häufige Fragen

Wie lange sollte eine Teambesprechung im Maklerbüro dauern?

Für ein Büro mit fünf bis fünfzehn Maklern sind etwa 45 Minuten ein brauchbarer Richtwert, kleinere Büros kommen mit weniger aus. Wichtiger als die genaue Dauer ist ein fester Ablauf, der pünktlich endet. Wird die Runde regelmäßig länger, fehlt meist die Vorbereitung.

An welchem Tag sollte die Wochenbesprechung stattfinden?

Am Anfang der Woche, weil Termine, Vertretungen und Aufgaben dann noch planbar sind. Wählen Sie eine Uhrzeit, zu der wenige Besichtigungen liegen, und halten Sie sie fest ein.

Brauchen wir ein Protokoll der Teambesprechung?

Ein ausführliches Protokoll ist selten nötig. Wichtig ist eine Liste der Aufgaben mit Verantwortlichem und Datum, die am jeweiligen Vorgang eingetragen wird. So bleibt die Absprache dort sichtbar, wo gearbeitet wird.

Sollen Umsätze je Makler in der Runde gezeigt werden?

Besser nicht vor dem ganzen Team. Werte je Person gehören ins Einzelgespräch, in der Runde helfen Bürowerte. Besteht ein Betriebsrat, kann bei technischen Auswertungen je Mitarbeiter ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bestehen.

Was tun, wenn Makler häufig fehlen?

Klären Sie, ob die Uhrzeit mit Außenterminen kollidiert, und verschieben Sie sie gegebenenfalls einmal dauerhaft. Wer fehlt, liest die Aufgabenliste nach und meldet sich bei Rückfragen bei der Person, die die Runde geleitet hat.

Quellen

  1. Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), § 87 Mitbestimmungsrechte: https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__87.html

Stand: Oktober 2026

Wie ist das in Ihrem Büro?

Im 15-Minuten-Gespräch klären wir, ob eine Analyse sinnvoll ist. Wenn nicht, sagen wir es.

Gespräch buchen

Überblick zum Thema: CRM für Immobilienmakler mit KI · KI für Immobilienmakler · Eigenes KI-System oder Maklersoftware

Weiterlesen